Test & Erfahrungsbericht Reloop RMP-2
19 03 2008
Wie an dieser Stelle bereits angekündigt bin ich nun Besitzer zweier RMP-2 der Elevator (Global Distribution) Hausmarke “Reloop”. Die anfängliche Skepsis habe ich erläutert, hier folgt nach ausgiebigem Testen unter Idealbedingungen nun ein erstes, vorsichtiges Fazit: Wow.
Hauptsächliche Kaufgründe eines CD Spielers waren (Priorität absteigend):
- Kreativer mixen
- Eigenes Material / Material nicht auf Vinyl spielen zu können
- Finanzieller Natur
Kreativer in dem Sinne, dass ich gerne mehr machen möchte als nur zwei Tracks ineinander zu mischen. Angeglichen hat man ja doch recht flott und bis auf ein paar Juggle Spiele, Spinbacks, Masseschraube abdrehen
oder ähnliches bietet einem die konventionelle Schallplatte ohne Zusatzgerät wenig Möglichkeiten – insbesondere da ich nicht gerade gut zusammenbastelbaren Minimal-Kram spiele.
Jeder DJ ärgert sich, gerade Release X nicht auf Vinyl zu haben oder auch Eigenproduktionen nicht so ohne Weiteres einbauen zu können. Insbesondere bei den soundwerk airwaves hat man durch die hohe Frequenz (wöchentlich) auch irgendwann mal 2000 Platten durchgespielt und kann kaum so schnell nachkaufen. Die Erweiterung der Musiksammlung geht dank Beatport, CD, Brenner & Co natürlich vergleichsweise einfach.
Der finanzielle Aspekt spielt ebenfalls eine (Neben)rolle: Ich bin großer Vinyl Fan, liebe den Plattenschrank, die Cover und all das, aber neue Nadeln, neue Platten, neue Cases: Ein teures Hobby.
Hat der Reloop also die an ihn gestellten Erwartungen erfüllt? Klares Ja.
Vorabfazit: Solide Verarbeitung, gutes Preis-/Leistungsverhältnis, zahlreiche Möglichkeiten.
Die Umgewöhnungsphase für mich als Vinyler war erstaunlich kurz, ich komme gut mit dem verringerten Kontakt zum Medium klar, der Player macht es einem nicht schwer. Auch mit Cuepunkten, Pitchbend und Co habe ich keine Schwierigkeiten.
CD Wechsel ist dank (lautem) Slot-In schnell möglich, versehentlicher Auswurf wird erkannt (kein Auswurf während Play).
Die Trackauswahl der Audio bzw. MP3 CDs via Drehregler und dem guten Display funktioniert schnell und liefert die nötigen Infos sofort, wahlweise vom ID3 Tag oder vom Dateinamen, sogar mit CD Text gebrannte Audio CDs lassen den Titel/Interpreten/Dateinamen anzeigen. Cuepunkte setzen kann man auf verschiedene Weise, ich begnüge mich meist mit dem Auto-Cue (Anfang vom Track) oder setze den Punkt via Sampler “In” auf den ersten Beat – finde ich persönlich ein bisschen besser als das Cue/Play rumgemurkse und die Framegenaue Wahl. Einlaufen lasse ich die Platte – historisch bedingt
-meist über die Scratchfunktion. Nachjustieren geschieht via Pitchbend oder Drehen des Jogwheels, ich mache irgendwie lieber ersteres, das scheint mir etwas genauer zu sein. Das könnte allerdings auch eine klare Übungsfrage sein. Etwas zu leichtläufig für meinen Geschmack und nicht ganz fein genug ist der Pitchregler, hier hätte man sicher noch eine Schippe drauflegen können. Eine zweite Nachkommastelle in der Anzeige wäre toll gewesen, so muss man via Pitchbend doch immer noch ein bisschen-bisschen nachjustieren – echtes Vinylfeeling eben
Die Effekte sind nett und ermöglichen an richtiger Stelle eingesetzt sicher ein paar Aha-Oho Momente.
Bin allerdings nicht so der Effekt-Fan für die Sachen die ich spiele.
Erwähnenswert sind abschliessend die tollen Samplingmöglichkeiten des RMP-2. Auf vier Bänken kann ich variable Cue-In / Cue-Out Punkte setzen und speichern, wahlweise als Abschnitt der direkt (einmal/laufend) abgespielt wird oder als gespeichertes Sample. Der Sampler unterliegt auch den Effekten (in sofern wird das Ausgangssignal an den Mixer moduliert) und ist im Falle von abgespeicherten Samples auch für andere CDs verfügbar.
Was ich mir noch wünschen würde: Pitchbare Samplebänke (sind sie), regelbare Effektintensität, Separate Lautstärkeregelung für Samplebänke (gibt es), Single-Play nach dem Einschalten voreingestellt.
Wozu ich freilich noch nichts sagen kann ist die Verarbeitung im Langzeit- und Partyeinsatz.
Die wird sich zeigen und von mir dann an gleicher Stelle wieder aufgegriffen.
Bis dahin: Top!







