Zum Original Beitrag hier ein Update:
Ich habe die Teile seit Mitte 2007 in meinem Besitz. Leider begebe ich mich aus Zeitmangel / Faulheit nur relativ selten daran die Dinger auch mal zu benutzen. Dennoch kann ich schonmal ein kleines Review zum Besten geben.
Die Hardware
Die Buttons bestehen aus Hartplatstik und haben einen klaren Druckpunkt. Ich finde sie etwas zu schwergängig, aber glücklicherweise kann man auch massig mit dem Jog-Wheel machen. Ja, das Jog-Wheel, das ist echt Königsklasse. Leichtgängig, gross, feinauflösend, mit der touch-senstitiven Alu-Oberfläche dazu sehr intiutiv. Mehr dazu weiter unten beim Thema Software. Der Pitch Fader ist echt billig und bei einem der beiden Player zur einen Richtung hin auch etwas klemmend. Dafür ein dickes Minus. Dafür ist der Faderweg recht lang, so dass Feinjustierungen möglich sind. Der Aufbau ist echt kinderleicht: USB Kabel in den Rechner, Chinch Kabel ins Pult, fertig. Da ist selbst ein Turntable schwerer anzuschliessen.
Die Software
Als erstes sollte man natürlich die hauseigene Software Bison erwähenen. Davon bietet der Hersteller zwei Versionenen an: Die etwas ältere rockstable 0.87 und die ständig weiterentwickelte 0.94*. Die alte Version ist wirklich rockstable. Die einzigen Ausfälle bei einem Live Gig schiebe ich auf Überhitzung des Notebooks. Dafür muss man aber leider mit Abstrichen bei den Features und in der Soundqualität leben. Dabei ist nicht die Soundqualität des laufenden Tracks gemeint, die ist wirklich 1A, sondern eher die Qualität während des Scratchens, Suchen, Stoppen, Starten etc.
Dagegen hält die Version 0.94. Die Version hat ein paar mehr Features und leider den Window-Mode verloren. Momentan geht nur Fullscreen; das ist sehr störend, vor allem wenn man z.B. mit dem gleichen Rechner nebenbei aufnehmen o.ä. will. Dafür bietet die Version eine wesentlich besser Soundqualität, Scratches hören sich auch danach an (auch wenn ich das bei meinem Stil eigentlich nie nutze). Wenn ich mit dem Alu-Pad einen Track anhalte und loslasse startet der Track sofort und ich meine -sofort-. Da ist keine Verzögerung oder sonstwas, das passiert wirklich sofort! 0.943 stürzte nach ca. einer Stunde ab. 0.944 stottert wenn ich einen neuen Track lade. Diese Version sollte man sich allerdings nur mit einem leistungsfähigen Rechner antun. Mein altes 5-jähriges Notebook hatte leider mit ein paar Hängern zu kämpfen. Beim nagelneuen klappt das wesentlich besser. Laut Hersteller soll in zwei Wochen eine neue Version rauskommen, die das Stotter-Problem behebt. Ich bin gespannt!
Das ist aber bei weitem noch nicht alles. Die Controller lassen sich auch an andere Software binden. Neue Käufer des XP10s erwartet zum Beispiel Traktor 3 LE, eine stark abgespeckte Version von Traktor. Auch djDecks hat eine Unterstützung eingebaut. Allerdings habe ich das nur mit meinem alten Notebook getestet und da hatte djDecks mit extremen Lags zu kämpfen… Schade, grade die Effekte sind dort sehr kultig.
Damit sind wir aber noch lange nicht am Ende. Dank Midi Treibern lassen sich die Controller im Prinzip an jede erdenkliche Software koppeln, ob sinnig oder nicht. Die normalen Sound Treiber (ok, den Namen “USB Lautsprecher” hätte man etwas sprechender gestalten können) sorgen dabei für den nötigen Output.
Sonstiges
Es fehlt ein bischen an essentiellem, wie z.B. Tastenbeleuchtung. Jeder fancy DJ CD Player beleuchtet seine Tasten. Man hat schnell die Tasten im Kopf und kann mit dem Jog Wheel eh viel erledigen. In dunkler Umgebung dennoch nervig. Cases hätte ich mir auch gewünscht. Momtenan transportiere ich die Geräte in der Originalverpackung, wobei es sich aber nur um Pappe mit Luftpolsterfolie handelt. Früher oder später werde ich mir wohl ein Köfferchen zulegen. Der Clubeinsatz ist wie die ganzen Vinylcontrollersysteme mit speziellem Verkabelungsaufwand verbunden. Glück hat man, wenn der Betreiber entsprechende Vorkehrungen getroffen hat. Dennoch ist es wesentlich angenehmer, mit Vinyl oder CDs anzureisen und nicht eigenes Equipment vorzufinden.
Fazit
Die dicken Plusse überragen die kleinen Nachteile bei weitem. Allein schon dass der Hersteller seine Software ständig weiterentwickelt und nicht wie z.B. bei Finalscratch bei neuen Versionen Geld verlangt zeugt von kundenfreundlicher Geschäftspolitik. Der Preis (300-350 Euro pro Gerät) ist wirklich stolz, aber durchaus gerechtfertig. Man muss bedenken dass man zum einen die Software mitbezahlt und zum anderen vergleichbare Hardware auch viel kostet (Vinyl Controller, gute DJ CD Player, etc.) Ich bin gespannt was EKS noch so aus Bison macht. Schon jetzt macht die intuitive mauslose Bedienung viel Spass.