Review – A State of Trance 400 Event – Butan, Wuppertal

17 04 2009

a_state_of_trance_400Das Event wurde schon früh angekündigt und die Soundwerker Dezz und meine Wenigkeit (TE) sicherten sich direkt Karten. Ein Event dieser Art und mit diesem Line-Up sucht man in Deutschland oft vergeblich.
Der Wahl eines Donnerstags stellte sich als nicht sehr gut heraus: Ich völlig überarbeitet und müde, Dezz, der am nächsten Tag schon um acht wieder auf der Arbeit antanzen musste. Für Schüler ist ein Donnerstag vielleicht praktikabel, für die arbeitende Jungbevölkerung aber nicht.

Die 33 Euro für die Karten wollten wir aber nicht verschenken und machten uns nach einem kleinen Mini-Warmup bei mir gegen kurz vor zehn auf nach Wuppertal.

Der Einlass hat super geklappt, auch wenn das zu Beginn der Veranstaltung angeblich etwas schwieriger gewesen sein soll. Um nicht nass zu werden und erstmal die Location zu checken, begaben wir uns direkt in die “Hölle”. Voll ist gar kein Ausdruck, Sardinenbüchse triffts auch nicht korrekt, Presswurst schon am ehesten. Kurzum: Es war zu voll. Und zwar soviel “zu”, dass selbst bei guten Sets die Enge einem die Laune verdorben hat. Es war nicht möglich sich in irgendeiner Form zu bewegen, geschweige denn vernünftig zu tanzen. Bei Armin erreichte dieser “Voll”grad dann seinen Höhepunkt. Ausser Kopfnicken ging da null, nix. Von hinten wurde immer öfter rücksichtslos gepresst, so dass man eher damit beschäftigt war, sich auf den Beinen zu halten, als der Musik zuzuhören. Um halb zwei waren Dezz und ich schliesslich so genervt, dass wir die Flucht nach draussen gesucht haben. Um kurz vor zwei haben wir das Butan dann verlassen, weil wir uns nicht nochmal in das Getöse begeben wollten und auch beide gut fertig waren und eben Freitag noch arbeiten mussten.

Wenn man sich andere Feedbacks zum Event anguckt, liest man öfters irgendwas von “das hätte man wissen müssen”. Klar kann es voll werden, wenn so ein Event ausverkauft ist und viele “Stars” auflegen. Aber ich habe schon so einige “Stars” besucht, aber habe sowas noch nie erlebt. Entweder war die Location dann einfach ausreichend gross oder die Tür hat es durch gute Regulierung hinbekommen den Laden nicht zu voll werden zu lassen. Nun ist es schwierig bei vorverkauften Karten jemanden an der Tür abzuweisen, also fällt diese Möglichkeit schonmal weg. Bleibt die zu kleine Location. Das lässt sich eigentlich nur durch eine grössere Location lösen. Ich hoffe mal der Veranstalter hat fürs nächstemal dazugelernt.

Den Sound (zur Musik komme ich später) haben wir beide als viel zu laut empfunden (auch entgegen der Meinung vieler, die den Sound super fanden). Die Anlage war übersteuert, was man gut an den Wechseln zwischen Breaks und beatlastigen Parts erkennen konnte. Vermutlich hat ein Limiter da ordentlich wegschneiden müssen. Ob nun der Clubtechniker es mit den Einstellungen etwas übertrieben hat, die DJs nach der Devise “rot ist gut” gehandelt haben oder die Anlage an sich nicht die beste war, steht in den Sternen. Fest steht, dass es nur mit Ohrenschutz ertragbar war (den wir uns dank unserer Vergesslichkeit aus Taschentuchfetzen gebastelt haben). Ich fand den Sound weit entfernt von perfekt, wie leider sehr oft auf vielen Events.

Das Licht war etwas ärmlich. Vermutlich extra fürs Event wurden zwei Laser hingestellt, sonst hat sich ein einziges Moving Light abgemüht, was mir aber auch oft ohne sich zu bewegen mit grünem Licht direkt in die Visage geleuchtet hat. Ich habe noch ein anderes Moving Light erkennen können, dessen DMX Anzeige aber eine “OVER TEMP” Meldung rausbrachte. Wie treffend für dieses Event ;) Ein wenig mehr Kreativität hätte ich mir da schon gewünscht.

Nun zur Musik. Wir haben leider nur einen Teil der DJs mitbekommen, darum kann ich im Folgenden auch nur diese bewerten:
Duderstadt – Auf der Heaven’s Gate Boat Party mit einem sehr coolen Set vertreten, hier aber aus meiner Sicht eher schwach. Zum Anfang zu cheesy, zum Ende hin schon etwas deeper, aber so richtig gefallen wollte mir es immer noch nicht. (Und das lag nicht an der Pappnase (irgendein Techniker?), die Mitten im Set einen der Player gekillt hat)
Roger Shah – Schien viele Fans gehabt zu haben und spielte scheinbar live auf einem Keyboard die Leads ein. Mir persönlich war das Set aber zu lahm. Zum Entspannen und Home Listening eventuell ganz cool, aber meiner Meinung nach unpassend für einen Club. Bis auf dem Track am Ende hat sich jeder Track von ihm sehr ähnlich angehört. Ob das am immer gleichen Lead-Instrument/Synth lag weiss ich nicht.
Gareth Emery – Für mich das beste Set des Abends. Vor diesem Abend war mir der Mann gänzlich unbekannt aber der Mann hat es verstanden genau den richtigen Sound zum richtigen Zeitpunkt zu bringen. Tanzbar, passend für den Club, ein wenig härter, aber immer noch gut in das ganze Event eingebettet. Den Namen werde ich mir erstmal merken :D
Armin van Buuren – Oh mann, das hat gar keinen Spass gemacht. Nicht weil die Musik schlecht war (eher im Gegenteil), sondern weil durch den Hype und die entsprechende Bekanntheit der Laden gequetscht voll war (siehe oben). Das war uns schon nach einer halben Stunde zuviel, so dass wir die Flucht angetreten haben. Ich habe später zu hause noch den Rest seines Sets gehört und fand das ganz gut.

Die Getränkepreise waren in Ordnung (2,50 Becks, 3 Euro Wasser/Mixery), allerdings kamen wir selten zum Getränkekauf, da man Angst hatte seinen hart erkämpften Platz zu verlieren, wenn man es wagte, sich was an der Theke zu holen.

Fazit: Musik und die Idee des Events sehr gut, allerdings hat die Enge und die Hitze alle Bemühungen zunichte gemacht. Es wollte echt kein Spass aufkommen. Man kann nur hoffen, dass künftige Events solcher Art in grösseren Locations oder mit einer früheren Begrenzung der Eintrittskarten stattfinden.


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2 Antworten zu “Review – A State of Trance 400 Event – Butan, Wuppertal”

17 04 2009
FijiSan (22:09:06) :

Bei Armin ist es IMMER voll. Ich war damals bei Tiesto im Exhibition, da war es genau so, oder bei Väth im 3001. Wenn solche DJs auflegen, ist immer Ausnahmezustand.
Ich fand die Party genial, war bis 04:00 da.
Mein Review: Siehe http://fijisan.wordpress.com

18 04 2009
TE (02:26:50) :

@FijiSan
Klar Ausnahmezustand, aber es geht auch anders, auch bei grossen Mengen. Ich gucke zum Beispiel grad den Video-Stream aus UK und wenn ich das richtig sehen kann, scheinen die Leute dort im Gegensatz zu Wuppertal noch Platz zum Bewegen zu haben.
Ich finde bei Schubsen und Füssetreten ist die Grenze echt erreicht.

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