Diesmal melde ich, der Dezz, mich zu Wort. Im Zuge der Digitalisierung musste auch ich, ein großer Liebhaber des Vinyls, den Weg Richtung Mp3, digital etc. einschlagen. Es führt wohl kein Weg mehr daran vorbei.
Ein Dj Controller sollte her. Nach dem Durchlesen einiger Reviews, Tests und Meinungen bin ich auf die Marke Reloop gestoßen. Früher vielleicht nicht die Topmarke in Sachen DJ Equipment (wer erinnert sich nicht gerne an die fliegenden Taster vom Reloop Effex), allerdings ist das auch schon wieder fast ein Jahrzehnt her.
Also schlug ich zu und kaufte einen Reloop Digital Jockey 2 mit Audio Interface. Dieser Controller benötigt wie fast jeder Controller einen Laptop. Zufällig stand auch die Anschaffung eines neuen Laptops an und somit gabs keinerlei Probleme bzgl. Mindestanforderung.
Auspacken und los geht’s…oder?
Leider nicht so ganz. Erstmal ausgepackt und betrachtet, entdeckt man erstmal einen Haufen Knöpfe und Regler. Mit ca. 2.6kg hat der Controller einiges an Gewicht. Wenn man aber überlegt, dass dieser Controller + Laptop ein Mischpult, 2 Teller und den Plattenkoffer (und nunmal sind in der Kiste nicht alle Platten) ersetzt, kann man damit leben. Der Controller ist somit sehr robust und für den einfachen Transport sehr wohl geeignet.
Einschalten. Geht? Nein. Ohne die beigelegte Software+Treiber geht erstmal nichts. Treiber liegen leider nur in 32-bit vor. Ein kurzer Ausflug bei Google bringt aber schon exzellente Lösungen. Runtergeladene Treiber und die mitgelieferte DJ Software Traktor LE installiert und so langsam geht’s los.
Nach Start der Software muss erstmal einiges konfiguriert werden. Für jemanden, der keinerlei Erfahrungen im Bereich digital, Mp3 und vor allem Traktor hat, ist das gar nicht so einfach. Die Einstellungen für Soundkarte, das „Mapping“ und die Ausgabe der Soundkanäle müssen noch vorgenommen werden. Dies war etwas umständlich aber Probieren geht über Studieren und somit klappte das auch mit ein paar Hürden. Vielleicht wäre ein kleines Tutorial als Beilage ganz hilfreich.
Also jetzt geht’s los!
Die LE Version ist zwar etwas eingeschränkt aber als Plattenteller Ersatz absolut ausreichend. Die Möglichkeiten die Traktor mit den Vollversionen bietet sind enorm und daher ist die LE Version zum Kennenlernen optimal. Das Upgrade kostet ca. 139€. Kein Schnäppchen aber wer mehr möchte, kommt wohl nicht daran vorbei.
Alle Erfahrungen die jetzt folgen sind mit dem beigelegten Mapping entstanden. Natürlich kann ein Vollprofi die Konfiguration so vornehmen wie er es mag. Das benötigt aber erstmal etwas Übung um zu wissen was man will und wie man es umsetzt.
Die ersten Mixversuche verliefen problemlos. Die Jogwheels sind echte Klasse und geben einem etwas Vinylfeeling aus „alten“ Zeiten zurück. Scratchen, Pitch Bend und Vor-/Zurückspulen durch einen Knopdruck mit dem Joghwheel möglich. Der EQ ist etwas mit Vorsicht zu genießen, denn die Potis haben zwei Funktionen. Stufenloses drehen und der senkrechte Knopfdruck. Der „Knopf“ wird aber schon bei etwas unvorsichtiger Bedienung ausgelöst. Das ist allerdings reine Gewöhnungssache. Man sollte nur daran denken
Der Pitch Fader sollte vor jedem Track neu justiert werden. Wird dies nicht gemacht, reagiert ggf. der Fader nicht beim Benutzen am Controller. Dies ist auch nicht anders lösbar, außer man baut sich einen kleinen Motor in den Controller ein.
Nach ein paar weiteren Übergängen fiel mir auf, was auch ein „Vorteil“ für die digitale Dj-Welt steht. Früher war es nicht so einfach möglich für einen Newbie nach dem Einschalten den ersten reibungslosen Übergang hinzulegen. Ich erinner mich an meine ersten Gehversuche mit meinen Technics. Grauenvoll (da brauchte man Geduld). Die digitale Technik macht es möglich. Ohne viel Geduld. Angleichen macht die Software. Ein Klick auf „Sync“ und die BPM’s sind synchron. Ein Gehör für angeglichene Tracks wäre natürlich trotzdem sinnvoll aber nicht unbedingt notwendig. Persönlich finde ich es fatal. Denn das Angleichen ist ja normalerweise ein Basic des Djings. In Zukunft wohl aber nicht mehr notwendig.
Zu Traktor selber brauche ich wohl nicht viel zu sagen. Die Software kann nach Belieben eingestellt werden. Dies benötigt wohl aber noch etwas mehr Übung. Über die einzelnen Funktionen, wie Loops, Effekte, etc. kann ich noch nicht viel berichten. Bei mir standen erstmal grundlegende Dinge im Vordergrund.
Gegen den Sound des Digital Jockeys kann man nichts sagen. Natürlich konnte ich den Controller nicht auf eine professionelle PA testen, aber meine Testumgebung hatte schon ordentlich Watt und ich bin mit dem Ergebnis höchst zufrieden.
Kurzes Fazit:
Die Clubtauglichkeit konnte ich schwer testen. Meine ersten Erfahrungen sind aber absolut top und für unter 300€ einfach super. Preis/Leistung ist sehr gut. Es gibt einige gewöhnungsbedürftige „Features“, die man allerdings in den Griff kriegt. Die Ersteinrichtung unter Traktor ist etwas tricky. Reloop bietet aber ein Forum, wo alle Themen rund um den Controller behandelt werden. Was mich speziell beeindruckt sind die Jogwheels. Das Gerät ist sehr robust. Das habe ich bei Reloop in der Vergangenheit vermisst. Lose Taster und billige Verarbeitung sind wohl aus dem Reloop Programm gestrichen worden. Reloop hat mich sehr überrascht und bisher spricht nichts gegen eine Weiterempfehlung. thumbs up
Erhältlich ist der Controller in allen üblichen DJ Shops. Ich habe das Gerät beim Elevator in Münster erworben. Beratung, Preise und die Auswahl im Shop vor Ort war top und absolut Empfehlenswert.