Dieses Wochenende stand Berlin ganz im Zeichen exklusiver Events, nämlich dem (wenig beworbenen) Samsung DJ Event “Your music is calling” und dem dreijährigen Geburtstag des Spindler&Klatt. Freitag und Samstag ausgelassen feiern: Das klang vielversprechend.
Die Veranstaltung von Samsung fand im Glashaus der Arena am Treptower Park statt: Eine leicht trashige Post-Industrial Underground Location mit eher familiärer Clubatmo, aufgeteilt auf zwei Areas, den etwas engeren “Cage”, der seinem Namen alle Ehre gemacht hat, und dem “Main Floor”, die VIPs waren in der Purple Area und mit leichtem Schmunzeln musste ich auch die “Smoking Area” zur Kenntnis nehmen. Genützt hat letztere natürlich nicht. Wir sind dank Tickets erst gegen kurz vor Zwölf aufgeschlagen und haben die Zeit bis ein Uhr mit einigen Drinks in den Sitzgelegenheiten am See verbracht.
Ab 1 Uhr legte Westbam im Cage los mit wenig innovativen aber dafür verspulten Effekten auf Endlosrillen. Elektronische Musik in ihrer ganz ursprünglichen Bedeutung.
Um 2 Uhr waren wir dann nicht all zu traurig zu Armand van Helden auf den Mainfloor überlaufen zu können. Während ich die Produktionen von ihm etwas cheesy finde, hat sein Set gerockt ohne Ende. Ich würde vermuten das war mehr oder weniger alles vorproduziert und ein bisschen zusammengemixt (und das nichtmal besonders toll), was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Der sowieso nicht besonders große Mainfloor platzte und die teilweise sehr verstrahlten, unerwarteten und extrem elektroiden Elemente waren sehr sehr erfrischend, was auch die Crowd würdigte. Gedanklich hängengeblieben sind bei mir die Call&Response Aktionen von “Jump around”, die Elektrorock Edition von Nirwana und eine Menge schöner Versatzstücke die alle zusammengemasht waren (locker mal drei Tracks pro Abschnitt). Toll gemacht, auch wenn ich die Sonnenbrille etwas komisch fand
Im Anschluss daran übernahm unser guter Freund Ferry Corsten die CD Player und hat bis 5 Uhr mit etwas deepern Tranceklängen (sehr treibend, sphärisch & angenehm) den nicht mehr wirklich vollen Mainfloor bedient. Zeitgleich legte im Cage Felix da Housecat auf, den ich allerdings vollkommen verpasst hab.
Die Gäste waren teilweise erwartungsgemäß verstrahlt aber durchweg nett, nicht unangenehm und eben auf’s Feiern aus. Fazit: Für schlappe 10 Euro bei humanen Getränkepreisen bisher das Top-Event in 2008, ein echter Geheimtipp (gewesen).
Fotos von Freitag gibt es hier.
Samstag stand die dreijährige Geburtstagsparty des legendären Spindler&Klatt an der Spree an. Im Sommer eine tolle Location war ich auf die Aufmachung im Winter gespannt. Nach einem Besuch im wohl besten Sushiladen Berlins sind wir mit einigen Leuten rübergefahren und wunderten uns bereits an der Tür, warum (nach nicht erkennbaren Kriterien “housig genug?”) gut jeder zweite wieder weggeschickt wurde. Dank Reservierung kamen wir natürlich rein, allerdings gab es an der Kasse dann das nächste Problem & extrem unfreundliches Personal (Türsteher Stil “Gibt es hier ein Problem?”, “Ich will keine Diskussionen” Kassenschnepfe). Irgendwann drin spielte in der großen Area eine Liveband (nicht besonders überzeugend) und im kleineren “Club” lief seltsamer (und wenn ich das schon finde…) Elektroclash.
Wir sind dann recht schnell in die VIP Area, in welcher noch das Buffet aufgebaut war, hier haben wir uns dann mit Donauwelle und Snacks gestärkt. Die Idee, den Außenbereich mit spacigem Plastik einzupacken und zu beheizen hat mir gut gefallen, man konnte sogar die Spree sehen. Zu späterer Stunde wurde die Liveband dann durch einen DJ ersetzt, der allerdings extrem schwach einen Smasher an den anderen hing (und zwar nur Platten, die wirklich schon durch waren) während die Anlage viel zu laut und schlecht eingestellt war. Das Publikum war auch eher Freakshow Stil “Ich hab hier mal was mitgebracht und zwar mich”, die Garderobe eine Katastrophe, so dass wir gegen ca. 2:30 auch Fersengeld gegeben haben.
Vielleicht waren wir fairerweise noch von Freitag etwas fertig, aber dieser Abend war extrem schlecht, das S&K kann ich trotz positiven Empfehlungen von Freunden keinesfalls empfehlen. Regulärer Eintritt waren 10 Euro – verglichen mit den 10 Euro, die es auch Freitag gekostet hat ganz klar die schlechtere Alternative.